Hast du auch so viele alte Rezepte von deiner Oma oder Mama in der Küchenschublade rumliegen, nach denen du immer wieder gerne greifst? Den saftigen Marmorkuchen, den legendären Eierlikörkuchen oder den schnellen Blechkuchen, der einfach immer nach Kindheit schmeckt? Ich liebe diese alten Familienrezepte!
Aber wenn es an die Zubereitung geht, steht da oft: „Butter und Zucker 5 Minuten schaumig schlagen, die Eier einzeln unterrühren…“ Genau diese klassischen Rührteig-Rezepte lassen sich aber wunderbar an den Thermomix® anpassen – wenn man weiß, worauf es ankommt.
Mit meiner Thermomix® Rührteig-Formel kannst du fast jedes klassische Rührkuchen-Rezept aus deinem Backbuch oder deiner alten Rezeptsammlung für den Thermomix® umwandeln und deine Lieblingskuchen genauso unkompliziert zubereiten wie deine modernen Thermomix®-Rezepte.
Ich mache meine Rührteige mittlerweile fast nur noch mit dem Thermomix®, weil es einfach so unglaublich viel Zeit und Abwasch spart und das Ergebnis immer absolut fantastisch wird. Aber vielleicht ging es dir auch schon mal so wie mir am Anfang: Du hast Omas Rührteig einfach in den Mixtopf geworfen, irgendwie zusammengerührt, und am Ende war der Kuchen speckig und ging überhaupt nicht schön fluffig auf.
Damit ist jetzt Schluss! Ich habe für dich die perfekte Thermomix® Rührteig-Formel aufgeschrieben. Mit diesem einfachen 2-Schritte-System und meinen Tipps kannst du ab sofort jedes klassische Rührteig-Rezept blitzschnell und gelingsicher für den Thermomix® umschreiben. Egal, ob du einen TM6, TM5 oder TM31 besitzt – so kannst du deine liebsten Rührkuchen-Klassiker zukünftig ganz einfach mit dem Thermomix® zubereiten.
Rührkuchen im Thermomix® wird trocken oder zäh – warum?
Bevor wir zur Formel kommen, müssen wir ein kleines Geheimnis lüften. Herkömmliche Handrührgeräte haben viel weniger Power als das Messer des Thermomix®. Wenn Weizenmehl zu lange und zu kräftig gerührt wird, fängt das darin enthaltene Klebereiweiß (Gluten) an, eine elastische Struktur aufzubauen. Was beim Brotbacken absolut gewollt ist, sorgt beim Kuchen für den gefürchteten „Sitzkuchen“: Der Teig wird speckig/klitschig und geht nicht fluffig auf.
Die goldene Regel für den Thermomix® lautet daher: Am Anfang darf Gas gegeben werden, aber sobald das Mehl im Spiel ist, halten wir uns radikal zurück!
Wichtig vorab: Den Backofen rechtzeitig vorheizen!
Da wir uns durch den Thermomix® so viel Zeit sparen und nicht mehr alles einzeln unterrühren müssen, bist du je nach Abwiegen oft schon in zwei bis drei Minuten mit dem kompletten Teig fertig. So schnell heizt kein Backofen vor! Rührteige sind zwar nicht ganz so extrem empfindlich wie Biskuitteige, was Wartezeiten angeht, aber trotzdem: Sobald das Backpulver im Teig mit Feuchtigkeit in Berührung kommt, fängt es an zu reagieren. Der Kuchen sollte dann direkt in den Ofen geschoben werden und nicht noch 15 Minuten auf der Arbeitsplatte stehen, bis der Backofen endlich heiß ist. Schalte deinen Ofen also am besten als Allererstes an!
Schritt 1: Die perfekte Schaummasse (inklusive Kühlschrank-Trick!)
Im ersten Schritt bereiten wir die cremige Basis vor. Hier darf der Thermomix® zeigen, was er kann. Du brauchst keinen Schmetterling – das normale Messer reicht völlig aus.
Die Rührteig-Formel: Gib die Eier, den Zucker, den Vanillezucker und die Fettkomponente (weiche Butter, Margarine oder Öl) direkt in den Mixtopf.
Die Grundeinstellung: 1 Min. / Stufe 5 verrühren.
Mein absoluter Lifehack für spontane Back-Aktionen:
Wer kennt es nicht? Man will spontan backen, aber die Butter kommt steinhart aus dem Kühlschrank. Wenn du vergessen hast, sie rechtzeitig herauszustellen, ist das absolut kein Problem mehr!
Der Trick: Gib die kalte Butter in Stücken zusammen mit den Eiern und dem Zucker in den Topf.
Stelle zusätzlich die Temperatur ein: 1 Min. / 50°C / Stufe 5.
Die leichte Wärme reicht perfekt aus, um die Butter im Handumdrehen so cremig und homogen werden zu lassen, als wäre sie perfekt zimmerwarm gewesen!
Schritt 2: Mehl und Flüssigkeit – Kurz und schmerzlos
Jetzt kommen alle restlichen Zutaten an die Reihe. In klassischen Rezepten sind das meist Mehl, Backpulver, (evtl. Kakao) und eine Flüssigkeit deiner Wahl (wie Milch, Mineralwasser, Sahne, Joghurt oder ein Schluck Eierlikör).
Die richtige Reihenfolge im Mixtopf: Gib zuerst die nassen Zutaten (wie Milch oder Joghurt) in den Mixtopf, sodass sie direkt auf der cremigen Ei-Butter-Zuckermasse aus Schritt 1 liegen. Ganz zum Schluss kommt das Mehl als oberste Schicht oben drauf.
Wichtiger Zwischenschritt: Vermische das Backpulver vorher grob mit dem Mehl, bevor du es als letzte Schicht in den Mixtopf gibst. Der Grund: Backpulver beginnt bereits mit Feuchtigkeit zu reagieren. Moderne Backpulver sind zwar so zusammengesetzt, dass ein Teil der Triebkraft erst beim Backen im Ofen entsteht, trotzdem ist es sinnvoll, das Backpulver möglichst spät in den Teig zu bringen. So bleibt die Triebkraft optimal erhalten und dein Kuchen kann im Ofen schön aufgehen.
Die Einstellung: Nur noch 10 bis 30 Sekunden / Stufe 5 unterrühren. Fertig!
Mein Tipp: Wie lange genau solltest du rühren? Das hängt ganz von der Teigmenge ab. Wenn es um kleine Mehlmengen oder generell um eine kleinere Menge Teig geht (wie bei dieser Himmelstorte), reichen die 10 Sekunden völlig aus. Wenn du aber zum Beispiel einen großen Blechkuchen mit viel Volumen backst, wo entsprechend viel Mehl im Topf ist, braucht der Thermomix® manchmal die vollen 30 Sekunden. Die Zeit benötigt er einfach, um das Mehl sauber unter den gesamten, schweren Kuchenteig zu rühren. Erschrick übrigens nicht, wenn am Rand noch winzige Mehlspuren zu sehen sind. Nimm einfach den Spatel und ziehe die Reste beim Umfüllen in die Backform kurz von Hand unter. So bleibt die Luft im Teig und der Kuchen wird ultrasaftig.
Der Extra-Schritt: Nüsse, Schokolade und Früchte clever unterheben
Was ist, wenn Omas Rezept ein Nusskuchen ist, geraspelte Karotten, Äpfel oder Schokostücke enthält? Auch dafür gibt es einen einfachen Thermomix®-Trick.
Bei festen Zutaten kommt es darauf an, welches Ergebnis du möchtest:
Für fein verarbeitete Zutaten wie gemahlene Nüsse kannst du diese direkt in Schritt 1 mit den Eiern, der Butter und dem Zucker in den Mixtopf geben und zerkleinern.
Wenn du Stückchen im Kuchen haben möchtest (zum Beispiel Schokolade, Karotten, Äpfel oder grob gehackte Nüsse), empfehle ich dir einen kleinen Zwischenschritt:
Gib die festen Zutaten zuerst in den Mixtopf und zerkleinere sie auf die gewünschte Größe. Nimm sie anschließend aus dem Mixtopf und stelle sie kurz beiseite. Danach bereitest du den Rührteig wie in Schritt 1 und Schritt 2 beschrieben zu.
Zum Schluss gibst du die zerkleinerten Zutaten wieder zum fertigen Teig und hebst sie kurz mit dem Spatel unter.
Wichtig: Nicht jede Zutat sollte gleich behandelt werden. Bei Blockschokolade, Nüssen oder Karotten kannst du den Thermomix® ruhig zum Zerkleinern nutzen. Bei Äpfeln, Zucchini oder anderen wasserreichen Zutaten solltest du aber vorsichtiger sein: Zerkleinerst du sie zu fein oder zu lange, geben sie viel Flüssigkeit ab und können den Rührteig schwerer machen. Hier lieber nur kurz zerkleinern oder – je nach Rezept – grob raspeln und anschließend kurz unterheben.
Mein Tipp: Gerade bei Schokolade, Nüssen, Karotten und ähnlichen festen Zutaten ist der Thermomix® hier besonders praktisch, weil du dir das vorherige Hacken, Reiben oder Schneiden sparen kannst.
Die Backzeit
Wenn dein Teig fertig ist, füllst du ihn einfach in deine vorbereitete Backform. Ich empfehle dir, die Form entweder komplett gründlich einzufetten oder den Boden mit Backpapier auszulegen und nur die Seiten zu fetten. So lässt sich der Kuchen später wunderbar lösen. Danach backst du ihn genau so, wie es im Originalrezept steht. Da sich die Zutaten durch den Thermomix® nicht verändern, sondern nur schneller verarbeitet werden, bleiben die Backzeit und die Backtemperatur exakt identisch mit Omas Angaben. Mach am Ende einfach die klassische Stäbchenprobe!
Klassisches Rührteig-Rezept in den Thermomix® umwandeln – die schnelle Übersicht
Du kennst jetzt die Grundregeln für perfekte Thermomix®-Rührteige. Damit du beim nächsten alten Familienrezept nicht jedes Mal überlegen musst, habe ich dir die wichtigsten Schritte noch einmal als kleine Übersicht zusammengefasst.
| Klassischer Rezeptschritt | So machst du es im Thermomix® |
|---|---|
| Butter und Zucker 5 Minuten schaumig rühren | Eier, Zucker, Vanillezucker und weiche Butter direkt in den Mixtopf geben: 1 Min. / Stufe 5 |
| Eier einzeln unterrühren | Entfällt. Werden direkt mit der Butter und dem Zucker verrührt |
| Flüssige Zutaten einarbeiten (z. B. Milch, Sahne, Joghurt oder Eierlikör) | Flüssigkeit auf Zucker/Butter/Ei-Masse in den Mixtopf geben |
| Mehl, Backpulver und eventuell Kakao/Zimt vermischen | Mehl, Backpulver und Kakao/Zimt vermischen und als letzte Schicht in den Mixtopf geben |
| Mehl vorsichtig unterheben | Nur kurz verrühren: 10–30 Sek. / Stufe 5 |
| Nüsse, Schokolade oder Früchte unterheben | Je nach Zutat am Ende kurz mit Linkslauf / Stufe 2 einarbeiten oder mit dem Spatel unterheben |
| Kuchen nach Rezept backen | Backtemperatur und Backzeit bleiben wie im Originalrezept |
Die wichtigste Merkhilfe:
Alles, was vor dem Mehl passiert, darf der Thermomix® gründlich erledigen. Sobald das Mehl im Teig ist, gilt: kurz und vorsichtig arbeiten.
Lust aufs Ausprobieren bekommen?
Du siehst: Es ist super einfach, sich das Backleben zu erleichtern, wenn man diese kleinen Handgriffe kennt. Probier es unbedingt mal mit deinem liebsten Familienrezept aus!
Falls du direkt eine Inspiration suchst, schnapp dir doch mal meinen beliebten Zimtschnecken-Kuchen, den saftigen Nusskuchen, meinen leckeren Karottenkuchen, einen Gugelhupf zur Einschulung in Regenbogenfarben oder den Apfel-Walnusskuchen hier auf dem Blog. Sie funktionieren hervorragend mit dem Thermomix®, basieren auf einem feinen Rührteig und lassen sich mit dieser Formel perfekt und blitzschnell zubereiten.
Deine Meinung & deine Ideen sind gefragt!
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Ich wünsche dir ganz viel Spaß auf meinem Blog!
Verzuckerte Grüße, deine Olly.
Die angegebenen Zubereitungszeiten sind übrigens ein Mittelwert.
Saftiger Apfel-Walnuss-Kuchen aus dem Thermomix® (Nach der Rührteig-Formel)
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Dazu brauchst du:
- Thermomix
- Springform 26-28 cm Ø
- Backpapier
- Teigschaber
- Schneidebrett
- Messer
Zutaten
- 250 g Butter weich
- 4 Eier Gr. M zimmerwarm
- 300 g Zucker
- 1 P. Vanillezucker
- 250 g Mehl
- ½ P. Backpulver 8 g
- 1 TL Zimt
- 100 g Walnüsse
- 2 Äpfel je ca. 200 g
Anleitungen
Zubereitung mit dem Thermomix®:
- Heize zuerst den Backofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vor.
- 2 ÄpfelSchäle und entkerne dann die Äpfel und schneide sie in kleine Würfel.
- 250 g Butter, 300 g Zucker, 1 P. Vanillezucker, 4 Eier Gr. MGib nun die zimmerwarme Butter mit dem Zucker, Vanillezucker und den Eiern in den Mixtopf und vermische alles 1 Min. / Stufe 5 miteinander. Tipp: Du hast vergessen, die Butter rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu nehmen? Du kannst sie trotzdem sofort verwenden, dann aber die Regler auf 1 Min. / 50 °C / Stufe 5 stellen.
- 250 g Mehl, ½ P. Backpulver, 1 TL ZimtAnschließend Mehl, Backpulver und Zimt zugeben und nochmals 30 Sek. / Stufe 5 zu einem glatten Teig verarbeiten.
- 100 g WalnüsseZum Schluss die Apfelstücke und Walnüsse in den Mixtopf geben und mit dem Teigschaber unterheben.
- Spanne ein Backpapier in deine Springform, fülle den Teig ein und backe den Kuchen im unteren Drittel des Backofens für 1 Stunde. Falls der Kuchen zu dunkel werden sollte, decke ihn mit Alufolie ab.
Zum Vergleich – Zubereitung ohne Thermomix®:
- 2 ÄpfelZuerst die Äpfel schälen, entkernen und in kleine Würfel schneiden.
- 250 g Mehl, 1 TL Zimt, ½ P. BackpulverAnschließend das Mehl, den Zimt und das Backpulver in einer Schüssel vermengen.
- 250 g Butter, 300 g Zucker, 4 Eier Gr. MNun die Butter mit dem Zucker mithilfe eines Handrührers etwa 3 – 4 Minuten schaumig schlagen, bis die Masse schön hell und luftig ist. Danach die Eier nacheinander einrühren, dabei jedes Ei etwa 30 Sekunden gut unterarbeiten.
- Im nächsten Schritt die Mehlmischung kurz unter die Butter-Ei-Masse heben, bis ein glatter Teig entsteht.
- 100 g WalnüsseJetzt die Apfelwürfel und Walnusskerne vorsichtig unterheben. Den Teig in eine gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Springform füllen und glatt streichen.
- Den Kuchen bei 175 °C (Ober-/Unterhitze) für ca. 1 Stunde im Ofen backen. Sollte die Oberfläche zu dunkel werden, mit Alufolie abdecken. Sobald der Kuchen fertig ist, aus der Form nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen.
Notizen
- Du magst keinen Zimt? Lass ihn einfach weg.
- Anstatt die Walnüsse in den Teig zu mischen, kannst du sie auch einfach nur auf dem Kuchenteig verteilen. Dann karamellisieren sie beim Backen leicht, was dazu führt, dass sie eine leicht knusprige, süße Kruste bekommen, was für einen schönen Kontrast zum saftigen Kuchen sorgt.
- Du kannst auch Rosinen oder Schokoladenstückchen unter den Teig mischen.
- Serviere den Kuchen pur, mit Puderzucker, geschlagener Sahne oder Karamellsoße.
- Dank der Äpfel bleibt er tagelang saftig.